Ergonomische Bildschirmarbeitsplätze: Entspannt & effektiv arbeiten

Durch die flächendeckende Verbreitung der Bildschirmarbeitsplätze umfasst die Ergonomie am Arbeitsplatz inzwischen auch das Feld der ergonomischen Bildschirmarbeit. Um die gesundheitliche Unversehrtheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, muss der Bildschirmarbeitsplatz verschiedene Verordnungen erfüllen, die sich mit der richtigen Konstellation von Mensch und Arbeitsmittel auseinandersetzen. Ergonomische Büromöbel wie Schreibtisch und Schreibtischstuhl sind nur die halbe Miete, wenn der Blick mehrere Stunden täglich in einem ungesunden Winkel auf den Bildschirm gerichtet ist. Der Einfluss eines nicht ausreichend ergonomisch gestalteten Schreibtischs auf Rücken, Bandscheiben und andere „große“ Muskelgruppen überschattet oft die vergleichsweise kleinen Muskeln des Auges, die jedoch ebenso stark in den Fokus des ergonomischen Bildschirmarbeitsplatzes gestellt werden müssen. Werden die Augen durch permanent anstrengendes Sehen überbeansprucht, kann dies weitreichende Auswirkungen auf den Körper haben. Von zusammengekniffenen Augen bis hin zu einer dauerverspannten Nackenmuskulatur wirkt sich das angestrengte Starren auf den Bildschirm auch negativ auf die allgemeine Konzentration und die Leistungsfähigkeit aus. Eine Umsetzung der gesetzlichen Bildschirmarbeitsverordnungen ist daher auch keine Empfehlung oder eine freiwillige Maßnahme, sondern zählt zu den eindeutigen Pflichten des Arbeitgebers. Unter diesen Punkt fallen nicht nur die Ausstattung mit geeignetem Arbeitsmaterial, sondern gegebenenfalls auch ergänzende Sehhilfen, um die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zu gefährden.

Bilschirmarbeitspläte: Computerbrillen müssen vom Arbeitgeber bezahlt werden.

Bildschirmarbeitsplätze: Computerbrillen sind Teil der Persönlichen Schutzausrüstung und müssen vom Arbeitgeber gestellt werden.

Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz – So geht es richtig

Die Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz setzt sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen. Grundvoraussetzung sind natürlich ein geeigneter ergonomischer Bürostuhl sowie ein entsprechender Schreibtisch nach ergonomischen Richtlinien. Kombiniert mit der richtigen Beleuchtung und Positionierung im Raum steht damit das Grundgerüst für die Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz. Neben der Qualität des Bildschirms – es sollte nicht an flimmernden Uralt-Modellen gearbeitet werden – ist vor allem die Aufstellung und Ausrichtung des Monitors entscheidend für die Gestaltung eines ergonomischen Bildschirmarbeitsplatzes. Der Abstand zwischen Bildschirm und Augen sollte bei gängigen Größen von 17-21 Zoll Bildschirmdiagonale etwa 70-80 Zentimeter betragen, bei sehr großen Bildschirmen sogar bis zu 100 Zentimeter. Die Zeichendarstellung sollte positiv dargestellt sein, also schwarze Zeichen auf weißem Grund. So fällt beispielsweise auch der Wechsel zwischen Bildschirm und Papier deutlich leichter und verursacht keine unnötigen Brüche oder Überanstrengungen der Augen. Nicht nur der Abstand vom Monitor, auch der Winkel ist von Bedeutung, generell ist eine leicht abwärts gerichtete und angenehme Kopfhaltung zu empfehlen, bei der der Blick senkrecht auf die Bildschirmoberfläche fällt.

Es sollte für jeden Mitarbeiter die Möglichkeit geben, den eigenen Monitor für die Bildschirmarbeit individuell auszurichten und den persönlichen Anforderungen anzupassen. Um entspanntes Sehen und Arbeiten sowie eine gesundheitsfördernde Arbeitshaltung zu unterstützen, sollte für den Blick auf den Monitor nicht der Kopf oder Nacken verdreht werden. Zur Entlastung der Augen sollte der Bildschirm möglichst tief stehen, damit der Blick leicht nach unten gerichtet werden kann. Welche Ausrichtung für Sie passend ist, lässt sich mit einem 4-tägigen Experiment testen, indem Sie Höhe und Entfernung in Kombination verändern. Bei der Verwendung von zwei oder mehr Bildschirmen sollte der Sehabstand zu allen Monitoren nach Möglichkeit in etwa gleich sein, besonders wenn mit Sehhilfen für Alterssichtigkeit gearbeitet wird. Arbeitet man zum ersten Mal an einem neuen Bildschirmarbeitsplatz, sollten die vorhandenen Monitore auf jeden Fall neu eingestellt und justiert werden, um Fehlhaltungen und langfristigen Muskelverspannungen vorzubeugen. Eine gerade, entspannte Sitzhaltung ist dabei der Ausgangspunkt für den passenden Neigungswinkel und Abstand des Bildschirms. Da zunehmend auch ein Notebook oder Laptop an Bildschirmarbeitsplätzen zum Einsatz kommt, ist darauf zu achten auch hier die entsprechenden Richtlinien für ergonomisches Arbeiten am Bildschirm umzusetzen. Idealerweise wird das Display mit Hilfe eines Notebookständers in der richtigen Höhe positioniert und mit einer externen Tastatur und Maus ergänzt, um alle Arbeitsmittel ergonomisch ausrichten zu können.

Bildschirmarbeitsplatzbrille: Die Lösung für Sehbeschwerden und Alterssichtigkeit

Vielen Beschäftigten ist gar nicht bewusst, dass es mit der Bildschirmarbeitsplatzbrille eine dritte Kategorie von Sehhilfen neben der Lesebrille für den Nahbereich und einer Brille für die Ferne gibt. Klassische Lesebrillen werden zwar oft für die Bildschirmarbeit benutzt, sind jedoch auf einen geringeren Sehabstand ausgelegt, meistens auf eine Entfernung von 30 bis 50 Zentimetern. Dieser Abstand ist, wie oben bereits festgehalten, zu gering für ein entspanntes Arbeiten am Bildschirm. Bemerkt man also Schwierigkeiten beim Arbeiten am Bildschirm, auch mit einer bereits vorhandenen Brille für die Ferne, kann eine Bildschirmbrille Abhilfe schaffen. Diese ist, je nach Modell, für einen Abstand ab etwa 50 bis 70 Zentimeter ausgelegt und kann bis zu 200 oder 400 Zentimeter in die Ferne reichen. Für die jeweiligen Anwendungen am Bildschirmarbeitsplatz gibt es verschiedene Brillen-Modelle, die ein entspanntes und konzentriertes Arbeiten unterstützen. Bei der Wahl der richtigen Brille muss die Zusammensetzung der täglichen Aufgaben eruiert und berücksichtigt werden. Wird hauptsächlich auf den Monitor geblickt, benötigt man verständlicherweise eine andere Brille als für das vornehmliche Lesen von Unterlagen oder eine Mischung aus beiden Tätigkeiten. Besitzt man bereits entsprechende Sehhilfen, ist eine Möglichkeit, die Bildschirmarbeitsplatzbrille in Form einer Einstärkenbrille (Monofokalbrille) zu verwenden und je nach Bedarf die einzelnen Brillen zu wechseln.

Alternativ gibt es entweder Gleitsichtbrillen oder Bifokalbrillen, um mit einer einzigen Brille mehrere Felder abzudecken. Bei einem häufigen Wechsel zwischen Monitor und Unterlagen kann statt der Lesebrille eine Bildschirm-Zweistärkenbrille genutzt werden, bei der im unteren Teil des Glases ein Bereich für die Nähe eingearbeitet ist. Bei Universal-Gleitsichtbrillen ist im mittleren Bereich bereits ein für die Bildschirmarbeit optimierter Bereich vorhanden, besser für die ausdauernde Arbeit am Monitor ist allerdings eine spezielle Bildschirmgleitsichtbrille. Hier entfällt der Fernbereich zugunsten einer breiteren Zone im Monitorbereich, so dass eine entspannte Kopfhaltung beim Arbeiten am Bildschirm möglich ist, ohne die Nackenmuskulatur zu überanstrengen. Da Bildschirmarbeitsplatzbrillen nur bis zu einer Entfernung von höchstens 4 Metern scharfes Sehen ermöglicht, sind diese unter keinen Umständen zum Autofahren geeignet.

Kostenübernahme für die Computerbrille

Wird für die tägliche Bildschirmarbeit aus medizinischen Gründen eine Computerbrille benötigt, muss diese vom Arbeitgeber gestellt werden. Dies ist als erforderliche Maßnahme zum Arbeitsschutz im Arbeitsschutzgesetz als „Grundpflicht des Arbeitgebers“ festgehalten. Ist die Arbeit am Bildschirm ein notwendiger Teil des Arbeitsverhältnisses, muss bei Feststellung einer Fehlsichtigkeit das entsprechende Hilfsmittel in Form einer Computerbrille zur Verfügung gestellt werden, ähnlich wie es bei Sicherheitsschuhen und ähnlichem Equipment der Fall ist. Der medizinische Bedarf kann bei einer Vorsorgeuntersuchung durch den Betriebsarzt oder einen Augenarzt festgestellt werden. Da es sich um ein Arbeitsmittel handelt, verbleibt die Computerbrille offiziell im Besitz des Arbeitgebers und wird vom Arbeitnehmer nur genutzt.

Modische Vorlieben müssen daher bei der Wahl von Form und Gestell nicht berücksichtigt werden, es kommt allein auf die Funktionalität an. Erfordert es das jeweilige Tätigkeitsfeld, müssen auch die Kosten für eine Zweistärkenbrille oder eine Gleitsichtbrille übernommen werden. Oft führen Arbeitgeber schon vorhandene Sehhilfen als Grund an, keine weitere bezahlen zu wollen, dies ist jedoch im Arbeitsschutzgesetz eindeutig als verpflichtende Maßnahme festgehalten. Als Teil der „persönlichen Schutzausrüstung“ reicht auch nicht eine Zuzahlung zur Computerbrille, da für den Arbeitnehmer keine Mehrkosten entstehen dürfen. Spezielle Sehhilfen müssen gemäß dem jeweiligen Rezept entweder als Sachausstattung gestellt oder durch eine komplette Kostenübernahme abgegolten werden. Gibt es keine genaueren Regelungen, muss die Computerbrille nur am Bildschirmarbeitsplatz gestellt werden und darf auch nur dort genutzt werden.